Einsatzkräfte aus dem ganzen Rhein-Kreis Neuss, aus Krefeld und auch aus Düsseldorf unterzogen sich am Abend diesem ungewöhnlichen Test und wurden dabei nicht nur von zahlreichen Pressevertretern sondern auch internationalen Beobachtern aus Amerika, Polen und dem Libanon begutachtet. Als die 37 vorbildlich geschminkten "Schwerverletzten" um 20.15 Uhr im Zuschauertreff des TSV Sportcenter zu schreien begannen, da wusste zunächst niemand, welche Qualität der "Anschlag" hatte. Gewarnt durch das vorherige Test-Szenario am Köln/Bonner Flughafen konnte eine radioaktive Verseuchung nicht ausgeschlossen werden.
Die Dinge nahmen ihren Lauf: Einerseits galt es, den eingeschlossenen Verletzten zu helfen, andererseits mussten die übrigen Personen vor möglichen Gefahren geschützt werden. Deshalb setzten sich zunächst Feuerwehrleute in Vollschutzkleidung mit speziellen Messgeräten in Bewegung und untersuchten jede Ecke des Umfelds. Bei den Laienschauspielern stieß die lange Wartezeit bewusst auf wenig Verständnis. Sie klopften gegen die Glaswände, wollten raus. Nachdem sie weitestgehend "befreit" waren, aber immer noch auf die Dekontamination warteten, erkannten zwei Darsteller ihre Chance und marschierten völlig ungestört aus dem Sportcenter. Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker: "Vielleicht war das der größte Schwachpunkt der Übung. Wir warten die Auswertung ab und werden daraus unsere Schlüsse ziehen."
Ein Problem der Vollschutzkleidung: Die Verständigung mit den Nebenleuten und den Patienten war mitunter schwierig. Letztlich klappte der Transport in die mobile "Dekon-Anlage". Aus nachvollziehbaren Wettergründen wurde auf die eigentlich vorgesehene Nassreinigung verzichtet. Anschließend übernahm die "Schnelleinsatzgruppe Behandlungsplatz" die medizinische Betreuung der vom "Anschlag" Betroffenen.
Nicht nur im Bereich des Sportcenters lief die Übung: Der Krisenstab der Stadt kam im Feuerwehrgerätehaus Rheinfeld zusammen, um die im Übungsszenario anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Die Feuerwehr Dormagen richtete ihre Technische Einsatzleitung an der Feuerwache Kieler Straße ein. Daneben wurde in Grevenbroich die Personenauskunftsstelle einem Praxistest unterzogen: Mit Unterstützung der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke wurden Bürgeranfragen nachgestellt, die entsprechend beantwortet werden sollten. (Quelle: Dormago 2010-01-28)