Gebührender Empfang für die Weltmeisterin des TSV Bayer Dormagen im Norbert-Gymnasium Knechtsteden
Zwischen liebevoll dekorierten Stehtischen tummelten sich am Donnerstagabend im Silentium des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden einige Größen des Fechtsports sowie zahlreiche weitere Unterstützer*innen. Gekommen waren sie, um Larissa Eifler für ihre herausragende Leistung bei den Weltmeisterschaften in Hongkong und die damit verbundene Goldmedaille zu ehren.
2018 machte Larissa Eifler ihr Abitur am Norbert-Gymnasium Knechtsteden, acht Jahre später wurde sie im selben Gebäude für ihren Weltmeistertitel geehrt – genau 53 Tage, nachdem sie in Hongkong Gold gewonnen hatte. Während ihrer Schulzeit in Knechtsteden besuchte sie auch das dortige Sportinternat.
Durch den Abend führte Benedikt Wagner, ehemaliger Fechter und Olympionike. Er fragte Larissa Eifler unter anderem nach dem Moment ihres Sieges im Finale.
„Ich bekomme auch immer noch Gänsehaut und denke krass, das ist wirklich passiert. Es ist immer verrückt zu sehen, den Moment als ich auf der Bahn stand und geguckt habe und so war ‚Das war es jetzt? Jetzt ist es wirklich vorbei?‘ Da habe ich wirklich so einen kurzen Moment gebraucht, um das zu realisieren. Da war es um so schöner, dass so viele Menschen da waren, so viele andere Fechterinnen und Fechter, die mich an dem Tag unterstützt haben und direkt zu mir auf die Bühne gerannt sind, mich hochgeworfen und gejubelt haben. Wenn man die Freude so teilen kann, ist es dadurch nochmal viel schöner.“
Dieses Gefühl der geteilten Freude prägte auch den Abend in Knechtsteden. Nachdem Larissa Eifler dem Publikum einige persönliche Einblicke in den Alltag und die Gedankenwelt einer erfolgreichen Leistungssportlerin gegeben hatte, folgte gemeinsam mit Oberbürgermeister Erik Lierenfeld und der stellvertretenden Bürgermeisterin Katja Creutzmann die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Dormagen.
Anschließend folgten zahlreiche Wortbeiträge von Weggefährt*innen aus dem Verein sowie unter anderem von Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW Andrea Milz und Benjamin Denzer, dem Präsidenten des Deutschen Fechter-Bundes. Ebenfalls anwesend war Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Die Räumlichkeiten stellte die Schulleitung des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden um Schulleiter Thomas Ervens zur Verfügung. Die Technik-AG und die Catering-AG des Gymnasiums sorgten zudem für den passenden Sound und die kulinarische Begleitung des Abends.
Der wohl prägnanteste Beitrag kam von Bundestrainer Vilmos Szábo: „Sie war irgendwie sehr talentiert.“ Nachdem er das Lachen des Publikums abgewartet hatte, fügte er hinzu: „Larissa wartet nur auf das nächste Turnier, man merkt, dass sie schon wieder Fechten möchte.“
Dieses Bild einer motivierten und für ihren Sport brennenden Athletin zog sich durch die Wortbeiträge des gesamten Abends.
So sagte beispielsweise Stefanie Schiffer, tätig im Sportamt des Rhein-Kreises Neuss und ehemalige international erfolgreiche Fechterin, mit Blick auf das Turnier in Hongkong:
„Du hast den Spaß am Fechten zurückgefunden. Das hat man bei jedem einzelnen deiner Gefechte gesehen und gefühlt.“
Auch der ehemalige Säbelfechter Nicolas Limbach war in Funktion als Director - Head of Sports & Clubs der Bayer AG vor Ort. Er hatte bereits 17 Jahre vor Eifler, im Jahr 2009, seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen.
Limbach betonte insbesondere, welches Netzwerk hinter einer Leistungssportlerin steht: „Leistungssport passiert nicht im Alleingang.“ Weiter hob er hervor, dass Sportlerinnen wie Larissa sich in der über Jahrzehnte gewachsenen Infrastruktur des TSV Bayer Dormagen entwickeln. „Wir machen das damit Menschen ihre Potentiale entfalten können, nicht nur Larissa, sondern all die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die beim TSV Bayer Dormagen Sport treiben.“
Michael Scharf, der Direktor des Leistungssports beim Landessportbund, hob die Bedeutung von Larissa Eiflers Erfolg für den deutschen Fechtsport hervor: „Wir befinden uns im Fechtsport in Umbruchsituation. Larissa gezeigt, dass als Fechterin etwas geht. Beim Deutschen Fechter Bund haben viele durchgeatmet. Larissa hat mit ihrem Erfolg vielen Rückenwind gegeben. Ich hoffe, dass die Fechtwelt in Deutschland das mitnimmt.“
Foto: Heinz Zaunbrecher
Bericht: Wahlen