Superstimmung beim Heimauftakt

Eine überragende Abwehr, hier mit Aron Seesing, Patrick Hüter und Martin Juzbasic, Foto: Zaunbrecher
Eine überragende Abwehr, hier mit Aron Seesing, Patrick Hüter und Martin Juzbasic, Foto: Zaunbrecher

Da war sie endlich wieder, die fantastische Handballstimmung im TSV Bayer Sportcenter. Angefacht von einem leidenschaftlichen Kampf des schmalen Dormagener Kaders kam die großartige Unterstützung von den 565 Zuschauern, die nach den aufregenden 60 Minuten erst den 21:20-Erfolg bejubeln und dann die beschwingte Humba von Kapitän Patrick Hüter erleben durften. „Großartig, besser hätte es zum Auftakt nicht laufen können“, freute sich Handball-Geschäftsführer Björn Barthel über den Sieg gegen die SG BBM Bietigheim und über die gelungenen Abläufe rund um den ersten Heimspieltag.

Für Dusko Bilanovic war angesichts der zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle klar, dass „wir das Spiel nur über die Abwehr gewinnen können.“ Und die präsentierte sich in Bestform, „stand wie eine Mauer“, lobte der Coach seine variable Defensive mit einem bärenstarken Aron Seesing. Sie ließ in der ersten Hälfte lediglich acht Tore zu – auch weil Torwart Martin Juzbasic seine in Hamm gezeigte Leistung konserviert hatte und immer wieder Szenenapplaus für seine Hexer-Qualitäten erhielt.

Die Gastgeber gingen regelmäßig in Führung, dabei zeigte sich Neuzugang Patryk Biernacki mit drei Treffern in elf Minuten in guter Verfassung. Doch die Wiesel konnten sich zunächst nicht absetzen, weil viele klare Chancen nicht genutzt wurden. Das lag vor allem am besten Bietigheimer, der ebenfalls im Tor stand: Konstantin Poltrum hielt sein Team im Spiel, Paco Barthe glich in der 23. Minute zum 8:8 aus. Das war aber gleichzeitig der letzte Treffer der Gäste in der ersten Halbzeit, weil Juzbasic bis zum Pausenpfiff nicht mehr zu überwinden war. Der TSV setzte sich jetzt erstmals ab und erst nach dem Ende des Spiels konnte man erkennen, wie wichtig das 12:8 von Jakub Sterba war: Der Ball schlug mit der Pausensirene im gegnerischen Kasten ein. Die Schiedsrichter wehrten Proteste der SG ab und entschieden sofort auf Tor.

Der nächste Treffer einer Mannschaft sollte nach dem Seitenwechsel auf sich warten lassen. Geschlagene acht Minuten dauerte es, bis Bietigheims jüngster und in der zweiten Hälfte bester Feldspieler Alexander Pfeifer zum 12:9 traf. Doch auch wenn die Baden-Württemberger mehrfach bis auf zwei Tore herankamen, der TSV reagierte und baute den Vorsprung wieder aus. So erzielten der mit sechs Treffern erfolgreichste Werfer Andre Meuser und Tim Mast mit der Neuauflage seiner Rückhandshow im Fliegen in der 52. Minute das 18:14-Polster für die Schlussphase. Tatsächlich wurde es dramatisch: Zweimal Linksaußen Pfeifer und der pfiffige Dominik Claus, der den Ball klaute und ins leere TSV-Tor traf, brachten die SG bis auf 18:17 heran.

Auf das 20:17 durch Sterba und Seesing folgten die Tore 18 und 19 durch Pfeifer und Juan de la Pena. Das 21:19 durch Meuser stellte sich zwar als die Entscheidung heraus, doch bis zum Abpfiff musste gezittert werden, zumal Patrick Hüter das Ende wegen einer Zeitstrafe nicht mehr auf dem Spielfeld miterleben konnte. Doch der scheinbare Vorteil für Bietigheim dauerte nur neun Sekunden. Dann musste Pfeifer Lehrgeld zahlen und erhielt zwei Minuten, weil er den Abstand beim Dormagener Freiwurf nicht eingehalten hatte. Weil Poltrum den anschließenden Wurf von Biernacki parierte, blieb die Spannung erhalten. De la Pena verkürzte auf 21:20 und seine Mannschaft versuchte mit offener Deckung nach dem TSV-Anwurf den Ball abzufangen. Doch die Gastgeber ließen in den ausstehenden 15 Sekunden nichts mehr anbrennen. „Was für ein geiles Gefühl“, rief Kapitän Patrick Hüter bei der Humba und freute sich „auf die nächsten Heimspiele und Siege.“

Gäste-Trainer Iker Romero übernahm später die Verantwortung für den Misserfolg: „Wir lagen im Heimspiel gegen Eisenach immer hinten und heute auch in Dormagen. Das müssen wir ändern. Aber wir spielen nach zwei Niederlagen kein Harakiri.“ Die Spannung in den Schlussminuten hätte Dusko Bilanovic gerne verhindert, aber „nach nur zwei technischen Fehlern in der ersten Halbzeit hatten wir sieben in der zweiten Hälfte. Das hat uns weh getan.“ Humpelnd verließ Ian Hüter die Halle aufgrund eines Pferdekusses am Oberschenkel, der Spielmacher kann aber einstecken: „Deswegen mache ich kein Heckmeck.“ Und was im Trubel fast untergegangen wäre: Tim Mast hatte Christian Schäfer, den Zweitliga-Torschützenkönig der letzten Saison, gut im Griff und stellte fest: „Ich glaube, ich habe das ganz gut umgesetzt, was wir im Training besprochen haben.“

TSV Bayer Dormagen – SG BBM Bietigheim 21:20 (12:8)
Dormagen: Juzbasic (14 Paraden), Simonsen (n.e.); Meuser (6), Leitz (n.e.), Eugler, Biernacki (4/1), I. Hüter (2), P. Hüter (2), Johannmeyer, Sterba (3), Seesing (3), Steinhaus (n.e.), Mast (1).
Bietigheim: Poltrum (13 Paraden), Lehmann (n.e.); Vlahovic, Claus (2), Öhler (n.e.), Dahlhaus (2), Schäfer (1), de la Pena (3), Barthe (1), Link, Asmuth, Weßeling (4), Pfeifer (5), Fischer (2).
Schiedsrichter: Engeln / Schmitz.
Zuschauer: 565.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:0/2 (Mast scheitert an Poltrum – Juzbasic hält gegen Schäfer und Weßeling).
Spielfilm: 4:2 (9.), 8:8 (23.), 12:8 – 13:11, 15:11, 16:14, 18:14 (52.), 18:17 (55.), 20:17 (56.), 20:19, 21:19 (58.), 21:20.

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